SPD besucht Schietingen – Kindergarten ist wichtigstes Thema

Veröffentlicht am 11.07.2018 in Gemeinderatsfraktion

Die Nagolder SPD hat im Rahmen ihrer Ortsteilbesuche den kleinsten Nagolder Stadtteil Schietingen besucht. Neben den Stadträten  Gert Streib, Marco Ackermann, Wolfgang Schleehauf und Daniel Steinrode waren auch die Vorstandsmitglieder der  SPD Andreas Röhm, Muhammed Ali Öner, Hans Meier, Markus „Max“ Strinz und Daniela Steinrode dabei.

Ortsvorsteher Thomas Reimer begrüßte neben den Besuchern von der SPD zahlreiche Ortschaftsräte und Schietinger Bürger, sowie den örtlichen Pfarrer Daniel Geese auf dem neu gestalteten Schietinger Dorfplatz. Auf diesen Dorpfplatz sei man mächtig stolz, so der Ortsvorsteher. Mit dem neu umgebauten alten Backhaus habe man nun einen tollen Dorfgemeinschaftsraum mit Küche, der mit Hilfe des ELR (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) umgebaut und renoviert wurde. Stadtrat Marco Ackermann merkte an, solche Plätze seien wichtig als Treffpunkt, zur Kommunikation und als Festplatz für die Dorfgemeinschaft. Der Platz konnte geschaffen werden, weil das alte baufällige Rathaus, welches an dieser Stelle stand, abgerissen werden musste und sich dadurch diese einmalige Chance bot, so Ortsvorsteher Reimer.

Direkt am Dorfplatz befindet sich auch die alte Schmiede, die inzwischen ein Schmiedemuseum sei und das historische Schmiedehandwerk darstelle, so Reimer.

Durch den Abbruch des alten Rathauses  verlor auch die Schietinger Feuerwehr ihre Bleibe, wodurch ein Neubau notwendig wurde. Reimer berichtete, dass sich die Wartezeit auf das neue Gerätehaus für die Schietinger gelohnt habe, man sei nun gut ausgerüstet. Der Hochdorfer Ortschaftsrat Hans Meier, der selbst Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Hochdorf ist, betonte, dass eine gute Ausrüstung der Wehr zentrale Voraussetzung für gute Arbeit der Ehrenamtlichen somit auch für die Sicherheit der Bürger sei.  Stadtrat Daniel Steinrode unterstrich, dass man in Nagold zur dezentralen Struktur der Feuerwehr stehe. „Solange es genug motivierte Feuerwehrleute gibt, diskutieren wir nicht über irgendwelche Zusammenlegungen“ betonte Steinrode. Die Feuerwehr sei in Schietingen nicht nur Feuerwehr sondern wie in vielen Orten eben auch ein wichtiger Faktor für die Dorfgemeinschaft, so der Vorsitzende der SPD Andreas Röhm.

Durch den Rathausabbruch wurde auch eine neue Unterkunft für die Rathausgeschäftsstelle notwendig. Diese fand man ihm ehemaligen Schulhaus. Die neue Geschäftsstelle, die als Provisorium an dieser Stelle geplant war, sei jedoch durch ihre Hanglage in keinster Weise barrierefrei, meinte Reimer.

Im ersten Stock des Gebäudes ist aktuell der Kindergarten untergebracht. Mit dem Kindergarten feiere man im nächsten Jahr das 50 jährige Bestehen. Der Ortschaftsrat habe daher beantragt, den dazugehörigen Spielplatz zu renovieren und teilweise zu erneuern, so der Ortsvorsteher.

Stadtrat Gert Streib ist sich sicher, dass eine Investition in den Kindergarten lohnenswert ist, da dies eine Zukunftsinvestition sei. Reimer berichtete, dass der Kindergarten nach Wunsch der Schietinger ein Ganztagsangebot bieten sollte, da dadurch Kinder auch von außerhalb Schietingen gewonnen werden könnten. Aktuell habe man 11 Kinder, um langfristig den Bestand zu sichern müsse man aber neue Konzepte entwickeln. Stadtrat Daniel Steinrode merkte an, um neue Familien für den Ort zu gewinnen sei es wichtig, dass ein Kinderbetreuungsangebot vor Ort existiere.

Um junge Familien für Schietingen zu gewinnen brauche man auch Bauplätze, erläuterte Reimer, und die gäbe es aktuell nicht. Aktuelle plane man die Erweiterung des Wohngebietes Wezenäcker oberhalb Schietingens. Die 105 Stufen wurden von der Gruppe gemeinsam zu Fuß überwunden, Oben angekommen waren alle von der Schönheit der Lage begeistert. Vorstandsmitglied Muhammed Ali Öner war sich sicher, dass eine solch ruhige Umgebung ideal für Kinder sei und dass nach Realisierung der Bauplätze diese schnell bebaut sein werden.

Neben Einfamilienhausbauplätzen fehle in Schietingen aber auch Geschosswohnungsbau. Im Gäßle 8 und 10 habe man zwei alte Häuser, die im Eigentum der Stadt seien. Der Ortschaftsrat habe schon mehrfach den Abbruch der Gebäude gefordert. Der Hochdorfer Architekt und Stadtrat Wolfgang Schleehauf sah die Lage im Ortszentrum als ideal für Barrierefreies Wohnen an. Viele ältere Menschen wollten, wenn sie durch Handicaps nicht mehr in ihrem Haus leben können, trotzdem gerne in ihrem Dorf bleiben, da sie oft in ihrer Dorfgemeinschaft verwurzelt seien, so Wolfgaang Schleehauf. Er könne sich einen Bau mit mehreren für ältere Menschen geeigneten barrierefreien Wohnungen an dieser Stelle vorstellen, so Schleehauf.

Damit ein Dorf für junge Familien attraktiv werde, sei auch eine gute Anbindung an den ÖPNV also an Bus und Bahn notwendig. Daniel Steinrode meinte, dass die südlichen Stadtteile insbesondere Hochdorf, Schietingen, Vollmaringen und Gündringen leider keinen Stundentakt wie die Nordstadteile hätten, dass man sich aber weiterhin gemeinsam dafür einsetzten müsse. Das zentrale  Verkehrsprojekt für Schietingen und Gündringen sei aber die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes. Dieses Projekt würde zu einer deutlichen Aufwertung des Dorfes führen, so Steinrode. Alle Orte mit Bahnanschluss in Richtung Stuttgart boomten, so Steinrode und das sei schließlich das Ziel, dass zukünftig der Zug direkt von Nagold über Gündringen/Schietingen und Hochdorf nach Stuttgart fahre.

Zukünftig werde neben dem Auto sowie Bus und Bahn auch das Fahrrad immer wichtiger, so Ortsvorsteher Reimer. Deshalb sei man gemeinsam mit Horb dabei den Radweg von Talheim nach Schietingen auszubauen. Die sei ein Radweg der im überregionalen Radwegenetz des Landes enthalten sei, für den es dadurch auch eine sehr hohe Förderung des Landes gebe, so Reimer. Der Vollmaringer Extremfahrradfahrer Markus „Max“ Strinz merkte an, dass mehr Radverkehr auch eine gute Infrastruktur brauche und vor allem ein zusammenhängendes Radwegenetz, deshalb freue er sich über das Vorhaben der Schietinger. Der Hochdorfer Ortschaftsrat und SPD Vorstandsmitglied Hans Meier sagte sofort seine Unterstützung für das Projekt zu, das sicherlich auch Thema im Hocdorfer Gremium werde, da die geplante Route an der Steinach entlang auch über Hochdorfer Gemarkung führe, so Meier. Er war ebenfalls der Meinung, dass eine Verbesserung der Radinfrastruktur insbesondere in Zeiten von e-Bike unumgänglich sei, und durch diese geplante Trasse, vor allem auch die Talheimer problemlos mit dem Fahrrad in die Innenstadt nach Nagold kommen könnten, so Meier.

Auch aus der Bürgerschaft kamen beim Rundgang der SPD verschiedene Anregungen. So wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, das an der Straße Richtung Friedhof die Straßenbeleuchtung fehle, beleuchtet sei lediglich der Weg übers „Brückle“ an der Steinach Richtung Friedhof. Auch die Hochwassergefahr an der Steinach war ein Thema. Ein Bürger schlug vor zu prüfen, ob eine stärkere Befreiung von Bewuchs sinnvoll sei.

Die fehlende Gastronomie sei ein großer Verlust für Schietingen so Reimer. Man habe als kleine Kompensation für den Verlust sogar einen Fernseher für den Dorfgemeinschaftsraum angeschafft. Pfarrer Daniel Geese sagte zu, dass das evangelische Bürgerhaus auch für örtliche öffentliche Veranstaltungen genutzt werden könne.

Da es in Schietingen keine Dorfkneipe mehr gibt, ging man in das Backhaus und ließ den Abend bei guten Gesprächen über die Nagolder Kommunalpolitik ausklingen.

 

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