Wohnungsbau in Nagold mit Dr Hendrik Bednarz – der Rottenburger Weg als Modell für Nagold?

Veröffentlicht am 26.07.2018 in Allgemein

Die Nagolder SPD hat Rottenburgs Finanzbürgermeister Dr. Hendrik Bednarz zu einer Diskussion über Wohnungsbau nach Nagold eingeladen. Bednarz ist bereits zum zweiten Mal in Nagold um den Rottenburger Wohnbaubetrieb vorzustellen.

 

Der SPD Vorsitzende Andreas Röhm konnte bei hohen Temperaturen zahlreiche am Thema Wohnungsbau Interessierte im Nagolder Adler begrüßen. Heiß waren die Temperaturen nicht nur im Raum, sondern auch die Diskussion wurde schnell heiß nachdem Daniel Steinrode die  Motivation für die Veranstaltung erklärte und kurz die Wohnraumsituation in Nagold erläuterte. Nagold sei attraktiv deshalb wollen, so Steinrode, viele Menschen hier wohnen.  Außerdem käme hinzu, dass die Kosten für das Bauen deutlich gestiegen seien. Dieser Mix sorge dafür, dass Wohnen in Nagold für viele Familien, bis in die Mittelschicht hinein, schwer oder nicht bezahlbar sei. Das Wohnen für die  Menschen zu organisieren, sei eine der größten Herausforderungen für Nagold, so Steinrode.

Nachdem vor einem Jahr Hendrik Bednarz das Konzept der Stadt Rottenburg zum Thema Wohnungsbau vorstellte, hatten die Nagolder Sozialdemokraten einen Antrag an die Stadt Nagold gestellt, zu prüfen, wie ein städtischer Wohnungsbaubetrieb in Nagold sinnvoll realisiert werden könnte, so Steinrode. Leider gäbe es bis heute noch kein Konzept der Stadt Nagold. Man lese in der Zeitung ständig von Projekten, die die Stadt Rottenburg plane, deshalb habe man Hendrik Bednarz erneut eingeladen.

Hendrik Bednarz stellte in seinem Statement die 3 Bereiche vor, die die Stadt Rottenburg beim Thema Wohnen bearbeitet.

Zuerst ging er auf die große Nachfrage nach Bauland für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ein, die auch in Rottenburg herrscht. Die Stadt Rottenburg setzt aktuell alles daran Bauland zu entwickeln, sowohl in der Kernstadt als auch in den Teilorten. Durch faire Aufkaufpreise versuche man, bezahlbare Baulandpreise zur Verfügung zu stellen. Man müsse den Wunsch der Bauherren, Eigentum zu erwerben, respektieren, dies ist ein wesentlicher Bereich wenn man über Wohnraumsituation spricht, so Bednarz.

Hauptthema des Abends aber war allerdings der Bereich bezahlbarer Mietwohnraum. Für diesen Bereich hat die Stadt Rottenburg die WBR ( Wohnbau Rottenburg ) zum 01.01.2017 gegründet. Die WBR, in der Rechtsform eines Eigenbetriebs organisiert, untersteht dem Dezernat von Finanzbürgermeister Bednarz. Bednarz veranschaulichte, dass die WBR im Prinzip zwei Aktivitätsschwerpunkte habe. Zum einen habe man die gesamten Wohnmobilen aus dem Bestand der Stadt Rottenburg an die WBR übertragen. Dabei bestehe ein großer Sanierungsstau, der über die Jahrzehnte entstanden sei. Allein im laufenden Wirtschaftsplan seien Sanierungsmaßnahmen in Höhe von knapp 1,5 Mio. € angesetzt, die auch umgesetzt würden. Diese Immobilien würden saniert und zu bezahlbaren Mieten vermietet. Darüber hinaus werden im laufenden Jahr etwa 150.000 € für Unterhaltungsmaßnahmen aufgewendet.

Neben der Sanierung und Bestandsverwaltung habe die WBR aber auch den Anspruch, neuen Wohnraum zu schaffen. Ziel sei es, in 10 Jahren 300 zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Auf die Frage aus dem Publikum, ob 30 Wohnungen pro Jahr nicht zu wenig seien, antwortete SPD Stadtrat Daniel Steinrode, dies seien immerhin 30 mehr als in Nagold. Dies sei ein anspruchsvolles Ziel, das man aber ernsthaft umsetzen wolle. Bednarz stellte zwei Projekte vor, die aktuell in der Planung seien. Auf dem ehemaligen DHL Gelände in Rottenburg will die WBR 57 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe bauen. Zusätzlich soll in das Gebäude eine Mietwohnung und eine Dialyse-Station integriert werden. In der sehr lebhaften Diskussion warf SPD Vorstandsmitglied Muhammed Ali Öner ein, dass unterschiedliche Wohnungsgrößen enorm wichtig seien, da eben überall Nachfrage bestehe. Hans Meier gefiel sehr gut, dass durch die Integration unterschiedlicher Bereiche wie zum Beispiel einer Kindertagesstätte auch auf Funktionalität der zukünftigen Wohneinheiten geachtet werde.

 29 Wohnungen sind als Sozialwohnungen geplant; dafür rechnet die WBR mit Zuschüssen. Hier wird die Kaltmiete zwei Drittel der ortsüblichen Vergleichsmiete, derzeit circa 6,60 Euro pro Quadratmeter, betragen. Die andere Hälfte wird zu günstigen Konditionen kostendeckend vermietet werden. Die Wohnungen sind Barrierefrei mit Aufzug erreichbar, man wolle gute aber bezahlbare Qualität liefern. Wir müssen keinen großen Gewinn machen aber wir wollen die „schwarze Null“, so der Finanzbürgermeister.

Barrierefreiheit werde in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger war sich Stadtrat Marco Ackermann sicher und fügte hinzu, dass es richtig sei die demografische Entwicklung im Blick zu haben.

Ein zweites Projekt soll im Rottenburger Stadtteil Baisingen realisiert werden. Hier sollen 5 Wohnungen entstehen kombiniert mit einer Mensa für  die Schule. „Wir wollen nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in unseren Ortschaften investieren“ , betonte Bednarz. Diese Investitionen seien Investitionen in das Vermögen der Stadt Rottenburg. Auch wenn sich die Beträge im ersten Moment hoch anfühlten, seien sie jedoch Zukunftsinvestitionen und zudem durch die zu erwartenden Mieteinahmen refinanzierbar, so Bednarz.

Zum Schluss meinte Bednarz arbeite man als Stadt natürlich neben den eigenen Aktivitäten auch mit Bauträgern zusammen, die auch einen gemeinnützigen Auftrag haben können. Ebenfalls auf dem ehemaligen DHL Gelände solle ein weiteres Wohnbauprojekt eines privaten Investors entstehen. Mit diesem habe man vertraglich vereinbart, dass 15 % der Wohnungen dieses Projekts ebenfalls Sozialbindung haben müssen, so der Rottenburger Bürgermeister weiter.

Der Hochdorfer Architekt und Stadtrat Wolfgang Schleehauf war sich sicher, dass sich mit den öffentlichen Zuschüssen vieles verwirklichen lasse und das sich auch rechne, wenn man denn nur wolle.

Daniel Steinrode versprach „wir bleiben an dem Thema dran, wir als SPD werden die Stadt Nagold auffordern ebenfalls selbst zu investieren.“ Die Schaffung von  Wohnraum sei Kommunale Aufgabe, so Steinrode.

 

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