Besonderheit im Oberen Nagoldtal - Jugendkunstschule schon lange etabliert

Veröffentlicht am 01.01.2019 in Allgemein

Modellieren, Zeichnen, Hämmern, Sägen, Malen und vieles mehr – in der Jugendkunstschule darf der Kreativität freien Lauf gelassen, Neues erprobt und die künstlerische Ader ausgelebt werden. Auf Einladung von Dorothee Müller, der Leiterin der Jugendkunstschule im Oberen Nagoldtal, und von Dr. Angela Anding, der Leiterin der VHS, besuchten die Nagolder Sozialdemokraten die Jugendkunstschule in Nagold. Die Jugendkunstschule in Trägerschaft des Zweckverbandes vhs Oberes Nagoldtal sei 2002 als etwas Besonderes gegründet worden und hätte sich bis heute als öffentliche Einrichtung der außerschulischen Jugendbildung etabliert, betonte Angela Anding in ihrer Begrüßung.

Die Jugendkunstschule gebe Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, alle Formen des künstlerischen Ausdrucks kennen zu lernen und zu erproben, so Müller. Neben den Stadträten Marco Ackermann, Daniel Steinrode, Wolfgang Schleehauf, Rainer Schmid und Gert Streib waren Alanur Erdin, Muhammed Ali Öner, Carl Staud, Thomas Essig, Markus „Max“ Strinz sowie Daniela Steinrode vom Kommunalpolitischen Arbeitskreis der Nagolder SPD der Einladung in die Jugendkunstschule gefolgt.

 

„Wir wollen uns ein Bild machen, sowohl von der Arbeit, aber auch von den Räumlichkeiten der Jugendkunstschule“, äußerte sich der Fraktionsvorsitzende der Nagolder Sozialdemokraten Daniel Steinrode zu Beginn des Besuchs. Müller und Anding führten die Gäste von der SPD durch die Räumlichkeiten der Jugendkunstschule in der Lindachstraße. Der ehemalige Landkreispavillon auf der Landesgartenschau wurde durch einen Anbau ergänzt, sodass hervorragende Räumlichkeiten für die Jugendkunstschule geschaffen wurden, freute sich Marco Ackermann. Für den Unterrichtsbetrieb seien die Räumlichkeiten sehr gut, berichtete Dorothee Müller, lediglich an Lagerkapazität fehle es. In der Bauphase wurde aber bewusst darauf geachtet, dass Platz für die Kinder und den Unterricht im Vordergrund stehe. Das sei schließlich der Zweck der Kunstschule. Architekt Wolfgang Schleehauf regte an, zu prüfen, ob Lagermöglichkeiten über eine Containerlösung geschaffen werden könnten. Gert Streib schlug vor, dass ja ein weiterer Wagen auf die Gleise des benachbarten „Altensteigerles“ gestellt werden könnte und dieser als Lagerraum genutzt werden könnte.

Ein weiteres Problem, das angesprochen wurde, sei die Raumtemperatur, so Müller. Nicht jedoch im Winter, wo eine angenehme Temperatur mittels einer modernen Pelletheizanlage hergestellt wird. Aber im Sommer heizen sich die die Räumlichkeiten durch die Sonneneinstrahlung und die großen Fensterfronten teilweise unerträglich auf. Hier müsse sich was tun, so Müller. Muhammed Ali Öner schlug vor, dass man prüfen solle, ob nicht eine Klimaanlage eingebaut werden könne. Durch das baustellenbedingte aktuell hohe Verkehrsaufkommen in der Lindachstraße und der schwierigen Parkplatzsituation, sei es schwierig für Kinder beim Kommen oder Gehen, sicher die Straße zu überqueren. Dies bessere sich aber hoffentlich dann wieder, wenn die Baustellen in Nagold beendet seien. Nach dem Rundgang stellten Dorothee Müller und Angela Anding verschiedene Projekte der Jugendkunstschule vor. Holzwerken, Drucken im Hochdruckverfahren mit Linoleum, Tonen sind die verschiedenen Bereiche, die u.a. im Programm für Kinder im Kindergarten und Grundschulalter angeboten werden. Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 18 Jahren besuchen aus unterschiedlichen Motivationen die Kurse der Jugendkunstschule. Im digitalen Zeitalter sei die direkte Sinneserfahrung durch Befühlen und Denken in der dreidimensionalen Ebene – das sinnliche Erleben – besonders wichtig. Ein zentraler Bereich ist die Kooperation mit den Nagolder Schulen mit Ganztagesbetreuung. Insbesondere mit der Zellerschule und der Lembergschule kooperiere man schon seit vielen Jahren, so Müller. Politisch einig war man sich in der Runde, dass verbindliche Ganztagesschulen ein sinnvolles Modell der Zukunft seien, da in verbindlichen Angeboten im entzerrten, rhythmisierten Schulalltag pädagogisch sinnvoller gearbeitet werden könne. Anding merkte in der Diskussion an, dass es zweifelsfrei lohnenswert wäre, wenn man sich in Nagold um einen innovativen Schulversuch bemühen würde. Daniel Steinrode unterstrich, dass Anding mit ihrem Vorschlag bei der SPD auf offene Ohren stoße, dass verbindliche Ganztagesangebote aber eben auch politisch umstritten seien und häufig vor allem von konservativer Seite abgelehnt würden. Stolz ist man in der Jugendkunstschule des Oberen Nagoldtals auch auf die internationale Kooperation. Man tausche sich eng über das Erasmusprogramm der EU mit einer finnischen Volkshochschule aus, insbesondere im kreativ-künstlerischen Bereich. Dieser interkulturelle Austausch fände mit Besuch und Gegenbesuch und entsprechenden Ausstellungen in Nagold und Finnland statt. Aktuell beschäftigten sich Kinder in Nagold mit den „Moomins“, einer finnischen Comicfigur, die den Nordschwarzwald besucht und erkundet. Die Kinder in Finnland würden sich mit der deutschen Maus aus der Sendung mit der Maus auseinandersetzen, so Müller stolz. Zum Schluss durften die Nagolder Sozialdemokraten noch selbst künstlerisch tätig werden und sich im Formen von Ton versuchen, wobei der Kopf, der von Daniel Steinrode geformt wurde, eher dem eines Neandertalers glich als einem Menschen, der in der heutigen Zeit lebt, stellte die Runde belustigt fest – allemal wert, gebrannt zu werden.

 

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